Oberst Andreas Ludwig vor seiner Premiere

Im Oktober wurde der bisherige „Adju“ Nachfolger von Oberst Jacky Luckas, heute gilt das Heimgeleit zum ersten Mal ihm selbst.

Von Carina Wernig (30. Mai 2018).

Etwas aufgeregt ist Andreas Ludwig schon, allerdings eher freudig-erwartungsvoll, denn nach der Generalversammlung, die heute um 19 Uhr im Schützenhaus beginnt, wird er zum ersten Mal vom Regiment des Bürger-Schützen-Vereins Dormagen beim Oberstehrenabend heimgeleitet. Der 55 Jahre alte Dormagener ist im Oktober zum Nachfolger von Jacky Luckas gewählt worden, dessen Adjutant er seit 2010 war. Zu seinem eigenen Adjutanten hat Andreas Ludwig Volker Bruns ernannt, mit dem er sich das Amt bisher geteilt und bereits in der Leitung der vierten Jägerabteilung gut zusammengearbeitet hatte.

„Ich freue mich sehr auf den Ehrenabend und auf mein erstes Schützenfest als Oberst“, sagt Andreas Ludwig, der 1977 bei den „Scharfschützen“ in den BSV eingetreten ist und seit 1982 dem von ihm mitgegründeten Scheibenschützenzug „Hal drop“ angehört, der jetzt jubeln kann: „Wir sind Oberst“. Das Schützenwesen ist das große Hobby des Berufssoldaten, der seit 1982 bei der Bundeswehr arbeitet, wo er zunächst Personaloffizier war und seit 2012 stellvertretender Datenschützer in der Kaserne in Longerich. Da hat er seine Arbeitszeit, „weil es mir so viel Spaß macht“, bis März 2020 verlängert.

„Mit den Kameraden gemeinsam feiern und Verantwortung dafür übernehmen, dass alle Schützen und Gäste ein schönes Fest haben, gehört für mich zusammen“, sagt der sympathische Dormagener, der mit seiner Frau Sabine, mit der er seit Oktober 1988 verheiratet ist, mitten in der Innenstadt wohnt. „Hier fühlen wir uns sehr wohl“, sagt Andreas Ludwig, dessen Bruder Ralf 2010/11 Dormagener Schützenkönig war. Seine Mutter Henny Ludwig lebt ganz in der Nähe. „Leider ist mein Vater Franz-Josef, der begeisterter Schütze bei den Heideröschen war, im vorigen Jahr gestorben“, bedauert Andreas Ludwig, dass sein Vater nicht mehr miterleben konnte, wie er Oberst wurde.

Adjutant war Andreas Ludwig allerdings schon lange: Nachdem er nach sechs Jahren als Adjutant der vierten Jägerabteilung 1990 deren Leitung übernommen hatte, fragte ihn der damalige Regimentsoberst Willi Loibl 1994, ob er sein Adju werden wolle. Als er 2001 in den BSV-Vorstand als zweiter Schriftführer gewählt wurde, musste Ludwig als Adjutant aufhören. Zwar stieg er 2003 für drei Jahre zum zweiten Geschäftsführer auf, kehrte aber 2009 gern als Adju an die Seite von Loibl zurück. „Die Regimentsarbeit liegt mir mehr“, gibt Ludwig lachend zu. Beides sei sehr zeitintensiv, das sehe der „normale Schütze“ oft nicht. So kümmere er sich um den Marschweg, die Abstimmung mit der Stadt und die Beförderungen. „Aber so lange es Spaß macht und meine Frau mich weiter unterstützt, bin ich gern Oberst.“ Er habe zwar nicht darauf hingearbeitet, aber sich der Verantwortung gestellt, als Jacky Luckas aus gesundheitlichen Gründen früher als angekündigt aufhörte. „Die ersten Monate waren sehr positiv“, bilanziert Andreas Ludwig.

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