Schützenkönige

Titel Könige

Der amtierende Schützenkönig ist der höchste Repräsentant des Vereins und die Galionsfigur des jeweiligen Schützenfestes. Nicht wenige Schütze träumen davon einmal diese Würde zu erringen und sich ein Jahr lang mit S.M. („Seine Majestät“) betiteln zu können. Um das jedoch zu erreichen, muss man derzeit männlich, mindestens 28 Jahre alt und Mitglied des BSV Dormagen (nicht ausschließlich Schieß- oder Bogensportler) sein, sowie die Unterstützung eines Schützenzuges (im Regelfall des eigenen) haben. Ferner ist ein ruhiges Händchen und etwas Glück vonnöten, denn der Schützenkönig wird in einem Vogelschießwettbewerb ermittelt.

Vogelschießen am Hochstand vor dem Schützenhaus

Vogelschießen am Hochstand vor dem Schützenhaus

Seit Jahren schon findet dieser traditionell im Rahmen des Festprogramms am Schützenfestmonatg am Hoch-Schießstand vor dem Schützenhaus statt. Ebenso traditionell ist dabei die Benutzung des stets gleichen Gewehrs, der „Donnerbüchse“. Einen Tag später, am Schützenfestdienstag, folgt die Krönung bzw. Proklamation des neuen Regenten, der dann seinerseits erneut ein Jahr lang, bis zum nächsten Schützendienstag, die Herrschaft über die Dormagener Schützen ausübt.

Derzeitiger Amtsinhaber ist seit dem 28. Juni 2016 S.M. Uwe II. Kosbab vom Jägerzug „Rheinfelder Schützen“.

Siehe: Liste der bisherigen Schützenkönige
Siehe: Das amtierende Königspaar

 

Die Königskette

Als Erinnerung daran, König des Bürger-Schützen-Vereins Dormagen gewesen zu sein, wurde früher von jeder Majestät ein „Königsorden“ für die Königskette gestiftet. Der älteste noch erhaltene Königsorden stammt aus dem Jahre 1893!

Die derzeitige Königskette des BSV

Die derzeitige Königskette des BSV Dormagen

Obwohl viele Chronikunterlagen und Erinnerungsstücke an frühere Schützenkönige durch Kriegswirren verloren gingen, ist es gelungen, die alte Königskette vor Verlust zu schützen. Sie wurde erstmals wieder 1948/49 nach dem Neubeginn des Vereinslebens nach dem 2. Weltkrieg vom damals amtierenden König Heinrich Querbach getragen.

So trug die alte Königskette dann jeder Nachfolger; als letzter König Gerd Schröder im Jahre 1970. In diesem Jahr stifteten er und sein Königszug „Em Lack 1948“ dem BSV Dormagen eine neue – die heutige – Königskette, ausgeführt in 925er (Sterling) Silber. Diese Kette wurde 1980 um eine weitere Ordenskette erweitert, gestiftet von der damaligen Majestät Wilfried Rheinfurth.

Zur Erinnerung an ihre Königswürde lassen heute alle amtierenden Schützenkönige des Bürger-Schützen-Vereins ihren Namen auf die Rückseite eines der Ordensglieder eingravieren. Im Jahr 1999 wurde die Königskette dank einer weiteren Stiftung des damaligen Königspaares Hans-Willi und Hanne Breitmar komplett renoviert und erneut erweitert. Die Königskette wurde mit neuen Kettengliedern und 8 Silberstegen versehen, sowie um 14 silberne Schützenembleme und ein silbernes Wappenschild mit dem aufgesetzten Schützenkreuz des BSV erweitert.

 

Die „Donnerbüchse“ – die Königsmacherin

Zahlreiche Hände berührten sie schon. Die einen verschwitzt und zitternd vor Nervosität, die anderen trocken und mit eisernem Willen geführt, endlich dem Holzvogel den Garaus zu machen. Die Rede ist von der ältesten in Vereinsbesitz befindlichen Waffe – der „Donnerbüchse“. Mit 1.40m Länge und einem Gewicht von 17,5 kg zählt sie nicht gerade zu den Leichtgewichten unter den Langwaffen. Zum Vergleich: Eine moderne Jagdflinte heutiger Zeit wiegt nur ca. ein Viertel oder weniger. Eine weitere Besonderheit der Waffe ist, dass sie, obwohl eigentlich eine Büchse, das Flintenkaliber 16/70 (Laufgeschoss) verschießt.

Die "Donnerbüchse"

Die „Donnerbüchse“

Trotz mehrfacher gründlicher Reinigung und guter Lagerung lässt sich der Hersteller der Donnerbüchse nicht mehr erkennen. In das Verschlussgehäuse ist der Name „Paul Beyer“ eingraviert, der vermutlich erste Besitzer des Gewehrs. Auch das genaue Alter der Donnerbüchse kann nur noch geschätzt werden – vermutlich wurde sie um das Jahr 1890 gefertigt. Laut Aussagen des ehemaligen Schießmeisters Konrad Schröder besaß der BSV vor dem 2. Weltkrieg drei dieser Waffen, allerdings überstand nur eine die Wirren des Krieges. Aufgrund des fortgeschrittenen Dienstalters und der Tatsache, dass sie einen vor allem historisch und ideell großen Wert für die Dormagener Schützen hat, kommt die Königsmacherin, wie dieser Beiname schon andeutet, nur einmal im Jahr zum Einsatz – am Schützenfestmontag während des Königsvogelschießens.